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Sieben Stärken, die gute Lehrkräfte auszeichnen

Warum menschliche Kompetenzen von Lehrkräften entscheidend für den Erfolg von Schüler:innen sind.

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Eine Lehrerin sitzt im Kreis mit ihren Schüler:innen.

Wenig Zeit? Verschaffen Sie sich einen schnellen Überblick.

Das Lehramt gehört zu den Berufen mit besonders hoher gesellschaftlicher Wirkung, gleichzeitig wächst durch administrativen Aufwand die Belastung von Lehrkräften. Gute Bildung hängt laut Studien nicht nur von Fachwissen, sondern vor allem von menschlichen Kompetenzen von Lehrkräften wie Empathie und Motivation ab. Damit sich Lehrkräfte wieder auf diese Kompetenzen konzentrieren können, soll entsprechende Technologie als Entlastung im Hintergrund genutzt werden – jedoch nicht als Ersatz.

Lehrkräfte begleiten junge Menschen über Jahre hinweg, fördern ihre Lernprozesse und stärken sie in ihrer persönlichen Entwicklung. Sie spielen sowohl im Bildungssystem als auch bei der Entwicklung von Schülerinnen und Schülern eine zentrale Rolle. Die Anforderungen, denen sie gegenüberstehen, steigen jedoch stetig (Robert Bosch Stiftung, 2022). Studien zufolge erleben Lehrkräfte ihren Beruf trotz der hohen Belastung als sinnstiftend und gesellschaftlich relevant. Inwiefern menschliche Kompetenzen von Lehrkräften zentral für eine gute Ausübung des Berufs sind und welche Rolle dabei Zeit spielt, erfahren Sie in unserem Blogartikel.

Das Spannungsfeld im Schulalltag: Motivation trifft Bürokratie

Lehrkräfte stehen heute zwischen zwei Realitäten: Im Deutschen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung (2022) berichtete die Mehrheit der Lehrkräfte von einer hohen Arbeitsbelastung. Über drei Viertel der Lehrkräfte arbeiten am Wochenende und mehr als die Hälfte der Lehrkräfte gibt an, unter körperlicher Erschöpfung zu leiden. Grund für diese Angaben könnte laut dem Deutschen Philologenverband (2025) zu viele nichtpädagogische Zusatzaufgaben und Bürokratie sein. Das Führen von Anwesenheitslisten, die Kommunikation mit Eltern und die Weitergabe von Informationen – etwa zum nächsten Klassenausflug – sind nur einige Beispiele für die vielen Aufgaben, die Lehrkräfte zusätzlich zu ihrem Unterricht bewältigen.

Ein großer Teil der Arbeitszeit entsteht demnach außerhalb des Unterrichts, infolgedessen die Qualität des Unterrichts sowie das Privatleben der Lehrkräfte leidet (GEW, 2022). Der administrative Arbeitsaufwand stellt demnach eine erhebliche Belastung für Lehrkräfte dar (OECD, 2025). So wünschen sich mehr als die Hälfte der befragten Lehrkräfte in der internationalen TALIS-Studie der OECD (2019) einen geringeren administrativen Arbeitsaufwand im Berufsalltag.

Trotz der gestiegenen Belastung ist die Berufszufriedenheit laut der Robert Bosch Stiftung (2022) hoch: 74 Prozent der Lehrkräfte geben an, dass sie aktuell sehr oder eher zufrieden mit ihrem Beruf sind. Das bestätigt auch die TALIS-Studie (OECD, 2025). Insgesamt lässt sich das als gutes Zeichen für die Qualität des Unterrichts werten: Das berufliche Engagement der Lehrkräfte hängt nämlich maßgeblich von der Zufriedenheit im Beruf ab (Wang & Shakibaei, 2025).

Einblicke aus der Praxis – Coachin Lydia Clahes über die Realität im Beruf

Wie sieht es in der Praxis aus? Lydia Clahes, Coachin, arbeitet mit Lehrkräften und beobachtet dieses Spannungsfeld tagtäglich. Viele Lehrkräfte kommen ins Coaching mit einem ähnlichen Gefühl: Sie lieben ihren Beruf – aber der Alltag lässt ihnen immer weniger Raum dafür. Wiederkehrende Themen in Gesprächen mit Lehrkräften sind dabei:

  • Zu wenig Zeit für Schüler:innen

  • Zu viel organisatorische und administrative Arbeit

  • Permanente mentale Belastung durch parallele Aufgaben

Der Wunsch nach mehr pädagogischer Arbeit statt der Verwaltung von Prozessen ist groß. Immer wieder zeigt sich in den Coachings von Clahes: Die eigentlichen Stärken von Lehrkräften liegen im Menschlichen, nicht im Systemischen. Sie hilft Lehrkräften dabei, Stärken wie Empathie, Beziehungsgestaltung und Motivation bewusst zu nutzen und Wege zu finden, die eigene Energie wieder in die Arbeit mit Schüler:innen zu investieren.

Der eigentliche Wert von Lehrkräften – welche menschlichen Stärken heute entscheidend sind

Auch die Forschung zeigt deutlich: Gute Lehrkräfte zeichnen sich nicht nur durch Fachwissen aus, sondern durch eine Reihe menschlicher Kompetenzen, die Bildung wirksam machen.

Zu den wichtigsten Stärken gehören:

  • Lehrkunst & Begeisterung

    Lehrkräfte vermitteln nicht nur Wissen – Sie bringen Leidenschaft und Enthusiasmus für ihr Fach mit. Santana-Montagas et al. (2025) zeigen in ihrer Studie, dass enthusiastische Lehrkräfte häufiger empathische Kommunikationsformen zeigen und diese einen positiven Einfluss auf Unterrichtsinteraktionen und Lernprozesse haben. Wie der Enthusiasmus von Lehrkräften die Motivation, positive Emotionen und Lernverhalten von Schüler:innen fördert, zeigen auch Wei Liev et al. (2017). Lehrkräfte müssen demnach nicht nur fachlich auf dem neuesten Stand bleiben, sondern auch jeden Tag aufs Neue ihre Schüler:innen zum Lernen motivieren.


  • Vertrauen & Kommunikation

    Weiter ist die Qualität der Beziehung zwischen Lehrkraft und Schüler:in für den Lernerfolg zentral (Hattie, 2009; Marzano & Marzano, 2003). Nähe, Klarheit und Vertrauen sind wichtige Komponenten, die Lehrkräfte in der Interaktion mit ihren Schüler:innen einbringen. Sie hören aufmerksam zu und kommunizieren so, dass ihre Botschaften Orientierung geben. So kann unterstützende Kommunikation zum Beispiel die Schulzugehörigkeit und Lernmotivation der Schüler:innen stärken (Xue, 2024).


  • Empathie & Verantwortung

    Empathie gilt heute als zentrale Kompetenz für effektiven Unterricht (Cornelius-White, 2007). So verbessern empathische Beziehungen zwischen Lehrkraft und Schüler:in Vertrauen, Lernklima und Lernwirksamkeit (Yi et al., 2025). Gute Lehrkräfte begegnen demnach ihren Schüler:innen mit Respekt und Mitgefühl und bringen Ruhe in schwierige Situationen. Durch ihr Einfühlungsvermögen können sie Lernende gut fördern und ihnen im Unterricht helfen.


  • Übersicht & Organisation

    Alle Lehrkräfte kennen es: Die letzte Unterrichtsstunde steht an und alles gerät durcheinander. Eine gute Struktur ist dann das A und O. Hattie (2009) hat in seiner Synthese von über 800 Meta-Analysen die “Teacher Clarity” in Form von guter Organisation und Erklärung als wichtigen Einflussfaktor auf die Leistungen von Lernenden herausgestellt. Es sei zum Beispiel wichtig, dass die Lehrkraft die Ziele der Unterrichtsstunde sowie den Weg dorthin, klar kommuniziert. Als gute Lehrkraft ist es demnach essentiell, durch Planung und Übersicht einen verlässlichen Rahmen im Schulalltag zu schaffen.


  • Reflexion & Entwicklung

    Als weitere zentrale Kompetenz gilt die Fähigkeit zur Reflexion, die es Lehrkräften ermöglicht, ihr eigenes Handeln bewusst wahrzunehmen und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Gleichzeitig vermitteln sie ihren Schüler:innen die Bedeutung von Kritikfähigkeit und reflektiertem Denken. So haben Heng & Chu (2023) in ihrer Studie gezeigt, dass Selbstwirksamkeit und Reflexion von Lehrkräften Einfluss auf das Engagement der Lehrkräfte haben. Auch fanden Lidvall et al. (2025) in ihrer Meta-Analyse heraus, dass die Teilnahme an beruflichen Fortbildungen mit den Unterrichtspraktiken sowie den Leistungen der Schüler:innen zusammenhängt.


  • Zuversicht & Gelassenheit

    In einer Klasse voller Schüler:innen ist es manchmal gar nicht so leicht, Ruhe zu bewahren und optimistisch zu bleiben – doch es lohnt sich. Mehrere Studien zeigen, dass Resilienz und Wohlbefinden mit einer besseren emotionalen Stabilität der Lehrkräfte und damit auch mit einer besseren Unterrichtsqualität sowie einem größeren Lernerfolg verbunden sind (Balica, 2026; Zhang, 2023). Resilienz gilt dabei als die Fähigkeit, mit Belastung, Veränderungen und Druck umzugehen und auch in herausfordernden Situationen Ruhe zu bewahren.


  • Neugier & Kreativität

    Schließlich ist die Bereitschaft der Lehrkraft, zu experimentieren und offen für neue Ideen zu sein, entscheidend. Kim et al. (2019) fanden in ihrer Metaanalyse heraus, dass Offenheit, ausgedrückt als Kreativität und Neugier, die Effektivität von Lehrkräften positiv beeinflusst, einschließlich der Leistung der Schüler:innen. Kreative Lehrkräfte schaffen somit Überraschungsmomente und inspirieren ihre Schüler:innen.

Die Rolle von Technologie – Entlastung im Hintergrund

Aber wie können Lehrkräfte neben all dem administrativen und bürokratischen Arbeitsaufwand ihre Stärken überhaupt noch einsetzen? Der entscheidende Faktor ist dabei Zeit. Lehrkräfte haben zu wenig Zeit für das, was wirklich zählt: das Unterrichten und die Interaktion mit Schüler:innen. Hier kommt Technologie ins Spiel. Jedoch nicht als Ersatz für Lehrkräfte, sondern als Entlastung im Hintergrund. Dadurch entsteht mehr Zeit für das, was nur Menschen leisten können.

Diesen Effekt bestätigen auch mehrere Studien. Digitale Lösungen ermöglichen schnelle und transparente Prozesse, fördern eine reibungslose Kommunikation und reduzieren durch Automatisierung den Aufwand bei Routineaufgaben. Die wachsende Bedeutung und zugleich die Herausforderungen der Digitalisierung an Schulen zeigen sich auch im DigitalPakt des Schulministeriums NRW, im Rahmen dessen über eine Milliarde Euro für die digitale Ausstattung von Schulen bereitgestellt wird.

Ein zentrales Thema ist dabei der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Gallup & Walton Family Foundation (2025) zeigen, dass Lehrkräfte im Schnitt 5,9 Stunden pro Woche durch KI-Tools sparen. 78 Prozent der befragten Lehrkräfte berichten von einer besseren Work-Life-Balance durch KI-Unterstützung. Ein „Teacher‑AI‑Collaboration“ Pilotprojekt zeigte, dass KI dabei geholfen hat, Unterrichtspläne zu erstellen, administrative Dokumente zu generieren und bürokratische Aufgaben zu erleichtern (Dennison et al., 2025). All das kann dazu beitragen, dass Lehrkräfte weniger Zeit für routinebasierte Aufgaben aufwenden müssen. So bleibt mehr Zeit, um kreativer zu arbeiten und pädagogische Stärken einzusetzen.

Die Zukunft von Schule liegt nicht darin, Lehrkräfte durch Technologie zu ersetzen. Die eigentliche Aufgabe und gleichzeitige Herausforderung besteht darin, Lehrkräfte von Aufgaben zu entlasten, die nicht ihre Kernkompetenz sind.

Mit den smarten Funktionen von Seven Education können Lehrkräfte zum Beispiel im Handumdrehen Termine und Stundenpläne erstellen, auf einen Blick Abwesenheiten einsehen und auf vorhandenes Unterrichtsmaterial zurückgreifen statt alles neu zu erstellen.

Wenn Systeme im Hintergrund arbeiten, können Lehrkräfte wieder stärker das tun, was Bildung wirklich prägt: Menschen begleiten, fördern und inspirieren.

Quellen

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    Geschrieben von

    Hannah

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